Weihnachtsbräuche weltweit – Iran

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Im Iran wird das Norouz-Fest gefeiert, das zumindest für die Kinder eine ähnliche Bedeutung hat wie in anderen Ländern Weihnachten. Es findet im beginnenden Frühling statt und dauert insgesamt 13 Tage. Seinen Höhepunkt erreicht es zu Frühlingsanfang am 20./21. März. Norouz symbolisiert den Triumph des Guten und den Sieg über die dunklen dämonischen Kräfte, die man durch den vergangenen Winter verkörpert sieht. Damit erinnert Norouz an Bräuche, wie sie in germanisch geprägten Ländern zu Ostern begangen werden (Winteraustreibung, Osterfeuer usw.)

Norouz ist das iranische Neujahrsfest und bedeutet wörtlich aus Farsi (persisch) übersetzt „neuer Tag“. Es ist das größte nichtreligiöse iranische Fest. Seine Wurzeln hat es in der Zeit der indogermanischen Achaimenidenherrschaft (559-330 v.Chr.). Es wird als Frühlingsfest nicht nur im Iran, sondern auch in den umliegenden Staaten und den Zentralasiatischen Republiken begangen. Das Fest hat sich in der Erinnerung der dort lebenden Völker über Jahrtausende erhalten.

Die indogermanischen Iraner kamen um 1.100 v. Chr. aus den Tiefländern Turans, einer Ebene, die sich am unteren Lauf des Flusses Amudar‘ya ausbreitet, im heutigen Gebiet von Usbekistan/Turkmenistan. Von hier aus drangen sie im Verlauf der Geschichte bis nach Indien vor. Sie bezeichneten sich als Arier( arya = Edle). So wird erklärlich, daß ihre Bräuche denen ähneln,die auch in anderen indogermanischen Regionen üblich sind. (Siehe EM 07-03 DIE PERSER).

In der Vorbereitungsphase des Norouz-Festes werden verstorbene Verwandte auf den Friedhöfen besucht. Man kleidet sich neu ein. Ein Tisch wird für den Brauch „Haft Sin“ geschmückt. Wörtlich übersetzt bedeutet Haft Sin die „sieben S“. Dabei werden sieben verschiedene Samen zum Keimen gebracht, von denen jeder eine besondere Symbolkraft besitzt. Dem Fest geht außerdem ein gründlicher Hausputz voraus. Auf dem Höhepunkt des Norouz-Festes tauscht man Geschenke aus und gratuliert sich zum Neuen Jahr. In den Städten zieht eine vollständig in grün gekleidete Figurnamens Ammu Norouz („Onkel Norouz“) von Haus zu Haus und beschenkt die Kinder. Auf den Straßen werden kleine Feuer entzündet, über die Jung und Alt hinüberspringen. Dabei sprechen sie zum Feuer gewandt die Worte: „MeineBlässe“ – das heißt alles, was an mir negativ ist und schadet – „möge dir gehören, deine Röte“ – alles, was das Feuer und das Licht an Gutem hervorbringt – „soll mir gehören“. Für die Iraner ist dieser Tag wie Weihnachten und Silvester auf einmal. Er wird mit iranischen Spezialitäten auch kulinarisch ganz besonders gefeiert.

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