Weihnachtsbräuche international – Deutschland

Menschen drängen sich am Donnerstagabend (23.11.2006) auf dem Römerberg in Frankfurt nach der Eröffnung des Weihnachtsmarktes. Wegen seiner erwarteten Besucherzahl von rund drei Millionen Menschen und der Größe zählt er nach Angaben der Stadt zu den bedeutendsten Weihnachtsmärkten Deutschlands. Foto: Frank Rumpenhorst dpa/lhe +++(c) dpa - Bildfunk+++

In Deutschland steht der Tannenbaum im Mittelpunkt des Weihnachtsfestes. Er heißt in katholischen Gegenden Christbaum, in anderen Regionen Weihnachtsbaum. Unter ihn werden traditionell die Geschenke gelegt. Noch immer sind die meisten Weißtannen, Nordmanntannen, Fichten oder Kiefern mit Wachskerzen geschmückt. Aber elektrische Kerzen sind stark auf dem Vormarsch.

Von Haus zu Haus gibt es unterschiedliche Gepflogenheiten, den Baum zu schmücken. Das traditionelle Lametta, Engelshaar und die von Großmutter geerbten Glaskugeln sind auf dem Rückzug. Jüngere Familien putzen ihren Baum oft schon in einem gerade üblichen Design heraus. Dabei spielen Schleifchen, farblich abgestimmte Kerzen und Schmuck in bestimmten Farben eine Rolle.

Äpfel, Wachskerzen, Strohsterne und Holzfiguren sind eine altdeutsche Art des Baumschmucks, die in der Zeit der Jugendbewegung vor und nach dem ersten Weltkrieg wieder populär wurde und auch heute noch verbreitet ist.

In der Vorweihnachtszeit werden Adventskalender aufgehängt, mit denen den Kindern die Wartezeit auf die Bescherung verkürzt werden soll (siehe Österreich). Der Adventskranz aus geflochtenem Tannengrün mit den vier Kerzen für die vier Adventssonntage hängt von der Decke oder steht auf einem geschmückten Tisch. An jedem Sonntag wird eine weitere Kerze angezündet.

In Süddeutschland spielen die Weihnachtskrippen eine besondere Rolle. Sie sind oft selbst in mühevoller Arbeit kunstvoll geschnitzt und zusammengestellt.O ft werden sie schon seit Generationen vererbt. Meist stehen sie unter oder neben dem Weihnachtsbaum.

Das traditionelle Weihnachtsessen ist Umfragen zufolge kaum zu verdrängen. Noch immer essen die meisten Deutschen am Weihnachtsabend Würstchen mit Kartoffelsalat. Am ersten Feiertag gibt es die obligatorische Weihnachtsgans, gefüllt mit Äpfeln und Pflaumen.

Weihnachten ist in Deutschland das Fest der Familie und der Kinder. Es ist der Deutschen liebstes Fest. Selbst in den umkämpften Ruinen von Stalingrad wurden am Heiligen Abend 1942 Feldpostpäckchen von zu Hause verteilt, da und dort Kerzen angezündet.

Am 6. Dezember kommt in Süddeutschland der Nikolaus, oft mit dem Knecht Ruprecht, der hier „Krampus“ genannt wird. In Franken heißt er „Pelzmärtel“, abgeleitet von St. Martin und in Norddeutschland heißt der Nikolaus meistens Weihnachtsmann. Egal wie die Gestalten auch heißen, sie legen den Kindern und Erwachsenen kleine Gaben in die bereitgestellten Schuhe und Stiefel.

Der 24. Dezember oder „Heilige Abend“ ist der Tag der großen Geschenke. In vielen Familien werden gemeinsam Weihnachtslieder gesungen und auf Instrumenten begleitet. Danach ist im allgemeinen „Bescherung“. Dazu werden die Kerzen auf dem Weihnachtsbaum angezündet.

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