Weihnachtsbräuche weltweit – Spanien

Spanish christmasIn Spanien begeht man die Adventszeit sehr ruhig. Nikolaus, Weihnachtsbaum, Adventskalender und -kränze – all diese Dinge spielen keine große Rolle, auch wenn vor allem in großen Städten der Einfluß anglo-amerikanischer Weihnachtsbräuche in den letzten Jahren auf dem Vormarsch ist. Meist wird jedoch noch ganz traditionell gefeiert. Im Mittelpunkt des familiären Weihnachtsfests steht die eigene, manchmal sogar selbstgebastelte Krippe (Belvén). Die Familie versammelt sich um sie herum und singt traditionelle spanische Weihnachtslieder.

Am Heiligen Abend (Nochebuena) trifft sich die Familie zu einem großen Festessen, zu dem traditionell Truthahn aufgetragen wird. Höhepunkt ist die Misa del Gallo, die Mitternachtsmesse, die um 24 Uhr beginnt. In den ländlichen Regionen und kleinen Städten versammeln sich die Menschen anschließend auf den Marktplätzen und singen gemeinsam Weihnachtslieder. Dabei werden Feuer entzündet, und man tanzt bis in den frühen Morgen hinein auf den Plätzen.

Die Kinder erhalten an diesem Weihnachtsabend ihre Geschenke. Bis gegen Ende des vorigen Jahrhunderts war das noch anders. Die Gaben wurden von den Reyes Mages, den Heiligen Drei Königen gebracht, die in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar mit ihren Kamelen angeritten kamen. Dieser Brauch besteht auch weiterhin, aber die Hauptbescherung ist, in Angleichung an die Gepflogenheiten in den meisten anderen Ländern Westeuropas, nun am Heiligen Abend.

Zu den Weihnachtsbräuchen in Spanien gehört auch das Erscheinen der Gestalt des alten Köhlers (Olentzero), der aus den Bergen ins Dorf kommt. Er wird von den Einwohnern auf den Schultern durch die Straßen getragen. Ebenfalls üblich sind Weihnachtsspiele, bei denen zum Beispiel der von König Herodes angeordnete Kindermord aufgeführt wird.

In der Zeit vom 30. Dezember bis zum 1. Januar wird die Jahreswende gefeiert, die Fiesta de la Coretta. Dazu werden Kiefern gefällt und in die Ortschaften getragen, festlich geschmückt und anschließend gesegnet.

Den Abschluß der Weihnachtszeit bildet der Dreikönigstag (Díade los Reyes). Nach ihrer weiten Reise aus dem Morgenland halten die Majestäten Kaspar, Melchior und Balthasar bereits am 5. Januar Einzug in die spanischen Dörfer und Stadtteile, ein Fest, das mit einem großen Umzug und zahlreichen biblischen Aufführungen gefeiert wird. Für die Kleinen gibt es Süßigkeiten aus den Händen der Könige.

Am Abend des 5. Januars stellen die Kinder vor dem Schlafengehen ihre blankgeputzten Stiefel oder Schuhe vor die Zimmertür. Außerdem werden auch Stroh und Wasser für die Kamele und die beliebten Turrones (Weihnachtsgebäckaus Mandelteig) zur Stärkung der Weisen nach der langen Reise bereitgestellt. Der nächste Morgen bringt braven Kindern die Geschenke, böse Kinder bekommen Kohle (gefärbter Zucker). Zum Fest der Heiligen Drei Könige versammelt sich die Familie wieder zu einem großen Festessen. Als Nachtisch wird „Roscón de Reyes“ gegessen, ein Germteigkranz mit kandierten Früchten, der eine kleine eingebackene Überraschung in Form eines der Könige enthält. Wer sie findet, ist der Glückspilz der Familie.

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