Weihnachsbräuche weltweit – Japan

christmas-japan_2406289kIn Japan gehören weniger als zwei Prozent der Einwohner dem christlichen Glauben an. Weihnachten ist auch kein nationaler Feiertag. Trotzdem steigt in Japan die Popularität des christlichen Weihnachtsfestes stetig an. Besonders unter den jungen Japanern ist es sehr beliebt. Die Idee, sich an Weihnachten zu beschenken, kommt der japanischen Lebensweise entgegen. In Japan legt man Wert auf höfliche Gesten, und das Beschenken wird deshalb gerne und häufig zelebriert.

Im Jahre 1549 hat mit dem Jesuitenpater Franziskus Xaverius der erste christliche Missionar das Land betreten. Mit ihm kam auch das Weihnachtsfest auf das Inselreich der Japaner. Aus dem Jahr 1565 wird von einem aufwendig gefeierten Fest berichtet. Kirche, Straßen und Häuser hätte man mit den Zweigen von Nadelbäumen geschmückt. Eine Sitte, die sich in Japan durchgesetzt hat. Musik mit Harmonium und Violine habe das Fest umrahmt.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden japanische Weihnachtsbräuche zunehmend amerikanisiert. Für die Jugend spielt sich das Fest Kurisumasu, wie das Weihnachtsfest auf Japanisch genannt wird, heute vor allem in Restaurants und Diskotheken ab.

Santa Claus bringt am Morgen des 25. Dezembers die Geschenke. Aber schon einige Wochen vor Weihnachten erklingen die Weihnachtslieder, vornehmlich „Silent Night“, in allen Kaufhäusern und man sieht schon die ersten Dekorationen. Bis Weihnachten wird es immer lauter und schriller, und die Japaner verfallen immer mehr dem weihnachtlichen Konsumrausch.

Viele Japaner treffen sich zu Christmas-Parties oder zum gemeinsamen Essen im Restaurant. Sie zünden Knallfrösche an, tragen Faschingshütchen, werfen Luftschlangen. Manche Japaner sind ganz verrückt nach weihnachtlicher Illumination. In der Adventszeit wird deshalb nicht selten das ganze Haus mit Lichterketten geschmückt. Manche haben sogar ihre meterhohe TV-Antenne als leuchtenden Christbaum dekoriert. Es werden auch Weihnachtskuchen gebacken. Sie bestehen aus Biskuit-Teig und werden mit einer Glasur überzogen, die nach Buttercreme schmeckt. Darauf kommen Blumenverzierungen und ein Zuckerguß-Weihnachtsbaum.

Kurisumasu ist sehr stark amerikanisch geprägt. Der Weihnachtskuchen heißt Christmas-Cake. Überall wird mit Kunstschnee dekoriert, selbst im sonnigen Okinawa. Der Santa-Claus-Kult mit dem allgegenwärtigen „Jingle Bells“ ist absolut dominant.

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